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Migration und Integration

Behandlungsangebote für Menschen mit Migrationshintergrund

Menschen, die für längere Zeit in einem fremden Land oder einer ihnen fremden Kultur leben, leiden oftmals unter psychischen Erkrankungen, die in direktem Zusammenhang mit ihrer Lebenssituation stehen. Neben den typischen Problemen wie soziale Isolation, Integrations- und Anpassungsschwierigkeiten etc., tritt bei manchen Menschen darüber hinaus eine behandlungsbedürftige traumatische Lebenserfahrung auf. Wegen sprachlicher Barrieren und kultureller Aspekte ist die Behandlung psychischer Erkrankungen oftmals jedoch erschwert bzw. erfordert einen besonderen Umgang. Auch nicht-traumatische psychische Erkrankungen bedürfen bei ausländischen Patientinnen und Patienten oftmals wegen abweichender kultureller Auffassungen einer differenzierten Behandlung.

Das LVR-Klinikum Düsseldorf bietet ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein umfassendes psychiatrisch-psychotherapeutisches Therapiespektrum. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Ambulanzen sind in interkultureller Psychiatrie geschult oder können jederzeit auf Kollegen mit entsprechenden Erfahrungen zurückgreifen.

Das interkulturelle, psychiatrische Angebot des LVR-Klinikums Düsseldorf schließt eine Lücke, die derzeit häufig noch in den meisten Krankenhäusern für Menschen mit Migrationshintergrund besteht. Denn die bestehenden medizinischen Versorgungssysteme sind meist nur ungenügend an die Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund angepasst, was sich deutlich in der geringeren Inanspruchnahme widerspiegelt.

Die Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund

Für unsere Patientinnen und Patienten mit Migrationserfahrung und verschiedenen kulturellen Hintergründen bieten wir folgende Leistungen an:

  • vielfältige kulturelle und sprachliche Kenntnisse
  • mehrsprachiges Behandlungsangebot mit Zugriff auf interne (Klinikmitarbeiter) und externe Dolmetscher sowie auf schriftliche und elektronische fremdsprachige Informationsmaterialien
  • umfassende Diagnostik
  • Beratung über unterschiedliche Therapiemöglichkeiten
  • Störungsspezifische psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung einschließlich einer differenzierten Pharmakotherapie
  • Therapeutische Einzelgespräche
  • Paar- und Angehörigengespräche
  • in psychosozialen Fällen Unterstützung durch Sozialarbeiter
  • Aufbau eines individuellen, tragfähigen Nachsorgesystems durch langjährig erfahrene Sozialarbeiter in Ergänzung zur Ärztlichen Behandlung
  • bei Bedarf Hausbesuche
  • umfangreiche Kooperation mit den anderen Fachabteilungen sowie zahlreichen externen (Versorgungs-)Einrichtungen und Behörden.
  • Fachberatung von Behörden, Ärzten und Privatpersonen
  • Erstellung von Gutachten und gutachterlichen Stellungnahmen mit Relevanz zum Aufenthaltsrecht, zur Kostenübernahme etc.

Sämtliche Aktivitäten des LVR-Klinikums im Bereich der Interkurturellen Psychiatrie werden durch einen Integrationsbeauftragten koordiniert und nach außen repräsentiert und vertreten.

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Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund, die an folgenden Erkrankungen leiden:

  • affektive Störungen, darunter depressive Erkrankungen
  • schizophrene bzw. schizoaffektive Psychosen
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Angststörungen und Suchterkrankungen
  • Seelische Erkrankungen im höheren Lebensalter
  • Traumafolgen

Gute Vernetzung mit weiteren Institutionen

Die Ambulanzen des LVR-Klinikums Düsseldorf sind gut mit anderen Institutionen vernetzt. Zu den Kooperationspartnern, die teilweise auch im Rahmen eines durch die EU-Kommission geförderten Projektes zur Verbesserung der Versorgung traumatisierter Flüchtlinge (Life after torture - beyond PTSD) zusammenarbeiten, zählen:

  • das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf (PSZ),
  • die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT),
  • die Ärztekammer Nordrhein,
  • die Psychotherapeutenkammer NRW,
  • das Flucht- und Immigrationszentrum (FIZ) e.V. Düsseldorf,
  • das Zentrum für interkulturelle Begegnung und Beratung/Diakonie Düsseldorf (Z.I.B.B.),
  • der Sozialpsychiatrische Dienst der Stadt Düsseldorf,
  • der Sozialdienst der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf K.d.ö.R.,
  • die Iranisch-kurdische Zweiggemeinde an der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Mettmann,
  • die Jugendhilfe Düsseldorf,
  • das Japanische Generalkonsulat Düsseldorf,
  • die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT),
  • die Asylberatung der Stadt Düsseldorf,
  • der Migrationsdienst des DRK Düsseldorf,
  • der Migrationsdienst der Caritas und der AWO,
  • das Interkulturelle MigrantInnenzentrum IMAZ e.V. für Frauen und Mädchen,
  • das Projekt "Mütter für den Frieden", das sich speziell für bosnische Familien einsetzt,
  • Medica Mondale Köln (für Frauen aus Albanien),
  • das Sozialamt für Asylsuchende,
  • das Bundesamt und die Zentrale Ausländerbehörde sowie
  • spezialisierte Anwälte für Ausländerrecht.