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Schwangerschaft und Drogen

Schwanger und Substanzkonsum?

Frauen, die Substanzen konsumieren und erfahren, dass sie schwanger sind, werden zusätzlich zu ihrem eigenen, schädlichen Konsum mit weiteren, ernstzunehmenden Themen konfrontiert. Durch die Medien sind die schädlichen Auswirkungen von Drogen auf das ungeborene Kind bekannt. Dies kann Ängste und Schamgefühle bei der werdenden Mutter auslösen. Manche Frauen fürchten sogar, dass ihnen das Neugeborene nach der Geburt wegen des Drogenkonsums möglicherweise entzogen werden könnte. Zudem kann die eine abrupte Beendigung des Konsums ohne medizinische Begleitung während der Schwangerschaft körperliche und seelische Probleme auslösen.

Alkohol und Tabak werden häufig unterschätzt

Viele schwangere Frauen erleben in dieser Zeit besondere Belastungen, die sich ebenfalls ungünstig auf den schädlichen Konsum und damit auf die Schwangerschaft und das Kind auswirken können. Dass illegale Substanzen schädlich für das ungeborene Kind sind, ist vielen Schwangeren bekannt. Die Auswirkungen von sogenannten „soften" Substanzen wie Alkohol und Tabak werden häufig unterschätzt und von den Schwangeren möglicherweise verdrängt.

Information und Unterstützung

Das Team der Institutsambulanz der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen des LVR-Klinikums Düsseldorf möchte Schwangeren, die legale und/oder illegale Substanzen regelmäßig oder unregelmäßig konsumieren, beratend helfen und sie gegebenenfalls bei den erforderlichen Schritten unterstützen. Das multiprofessionelle Team aus Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern möchte diese Frauen informieren und auf bestehende Ängste und Schamgefühle sensibel und professionell eingehen.

Schadensbegrenzung für Mutter und Kind in der Schwangerschaft

Bei Frauen, die Substanzen konsumieren, kann eine Schwangerschaft mit besonderen Risiken verbunden sein. Konsumiert eine schwangere Frau, können diese Substanzen durch den gemeinsamen Blutkreislauf auf das ungeborene Kind übergehen und bei diesem schwere, mitunter lebenslange körperliche und geistige Schäden hervorrufen.
Welche Menge und Häufigkeit der Einnahme von Drogen während der Schwangerschaft das Kind gefährden, lässt sich medizinisch nicht genau festlegen. Daher sollten Schwangere auf alle Drogen vollständig verzichten. Wir empfehlen den Gebrauch von Alkohol, Tabak, Kokain/Crack und Amphetaminen in der Schwangerschaft, möglichst noch davor, zu stoppen und sich professionelle Unterstützung zu suchen. Dies gilt auch für stillende Mütter.

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Opiate: eine besondere Situation

Eine Besonderheit ist der Konsum von Heroin oder anderen Opiaten, denn dieser führt auch beim Ungeborenen zur körperlichen Abhängigkeit. Ein abruptes Absetzen von Opiaten kann daher für das ungeborene Kind eine enorme Belastung darstellen und unter Umständen auch zu einem ungewollten Abbruch der Schwangerschaft führen. In diesem Fall sollte deshalb eine Substitutionsbehandlung durchgeführt werden, die die körperlichen und psychischen Belastungen für Mutter UND Kind verringert. Es sollten solchen Substitutionsmittel eingesetzt werden, die nach der Geburt die Entzugserscheinungen des Kindes verringern.

Hilfe in der Institutsambulanz für Abhängigkeitserkrankungen

Wenn eine Frau bisher Drogen/Alkohol/Nikotin konsumiert hat und sich ein Kind wünscht oder bereits schwanger ist, sollte sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die suchtmedizinische Ambulanz des LVR-Klinikums Düsseldorf bietet diesen Patientinnen umfassende suchtmedizinische und psychologische Beratung und arbeitet mit gynäkologischen Fachärzten und Kliniken zusammen.
Unser multiprofessionelles Team berät zu allen Substanzen (Nikotin, Alkohol, Amphetamine, Opiate etc.), klärt auf über Wirkungen und Folgen von Substanzen in der Schwangerschaft, fördert die Motivation zur Abstinenz bzw. zur Reduktion, gewährleistet einen vertrauensvollen und sensiblen Umgang mit den Patientinnen, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und schließt damit eine Lücke in den Beratungseinrichtungen.