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1992 bis 2016

Die Klinik unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Gaebel

Portrait des ehemaligen Ärztlichen Direktors, Professor Gaebel
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Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel

Die Klinik wurde von 1992 - 2016 von Prof. Dr. Wolfgang Gaebel geleitet.

In der Amtszeit von Prof. Gaebel hat das LVR-Klinikum Düsseldorf die in den 1970er Jahren begonnene Neuorientierung in der psychiatrischen Versorgung fortgesetzt und neben den Tageskliniken eine Fülle an ambulanten Einrichtungen aufgebaut: die Vorschaltambulanz, die Institutsambulanzen der Abteilungen der Allgemeinpsychiatrie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, -Psychotherapie und Psychosomatik, der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie sowie eine Poliklinik. Im Jahr 2001 wurde ein Früherkennungszentrum für Psychosen eingerichtet. Es arbeitet eng mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts der Stadt zusammen.

Infografik: Entwiclklung der Fallzahlen und der Verweildauer an den Rheinischen Kliniken Düsseldorf (1996-2006) Die Fallzahlen sind von 1996 von 4373 bis 2066 auf 5633 gestiegen. Die Verweildauer hat sich von 46,6 auf 30,6 Tage reduziert.
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Verweildauer Rheinische Kliniken Düsseldorf 1996-2006

Die Entwicklungen in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und Versorgung sind nach wie vor sehr dynamisch. So sank die Verweildauer in der Klinik im Zeitraum von 1996 bis 2006 von über 46 Tagen auf knapp 30 Tage. Die Fallzahlen stiegen jedoch von fast 4.400 auf über 5.600 pro Jahr. Diese Entwicklung stellt enorme Anforderungen an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie müssen sich in immer kürzerer Zeit um immer mehr akut erkrankte Patientinnen und Patienten kümmern und eine optimale Behandlung sicherstellen. Vor diesem Hintergrund und dem wachsenden Kostendruck der Krankenkassen erhalten Maßnahmen zur Qualitätssicherung eine immer höhere Bedeutung. Die Klinik führte deshalb ein Qualitätsmanagementsystem ein, ließ sich nach dem bundesweiten Qualitätssiegel KTQ zertifizieren und entwickelte das Krankenhausinformationssystem des LVR maßgeblich mit.

Als Teil mehrerer nationaler Wissenschaftsverbünde trägt die Klinik mit Forschung und Lehre zum Erkenntnisgewinn über psychische Krankheiten und der Behandlungsoptimierung bei. Sie koordiniert seit 1998 das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetz Schizophrenie, seit 2006 das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Schwerpunktprogramm zu Nikotinwirkungen und hat im Jahr 2006 auch die Sprecherfunktion des BMBF-geförderten Suchtforschungsverbundes NRW übernommen. Zudem ist die Klinik eng in die Kompetenznetze Depression und Demenz, in den 2006 neu vom BMBF geförderten Verbund zur Psychotherapie psychotischer Symptomatik sowie mehrere DFG-geförderte multizentrische klinische Studien eingebunden. Sowohl die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie als auch die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie unterhalten eine Vielzahl von Forschungsgruppen (siehe auch: Von der medizinischen Akademie zur Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf). Die Doppelfunktion der Klinik als Universitätsklinik und Teil der Versorgung hat sich bewährt. Aufgabe der Klinikleitung war und ist, zu überprüfen, wie sich die Klinik – bei einem nachhaltigen Mittelabbau – an die modernen Versorgungsanforderungen anpassen und weiter entwickeln kann. Auf Initiative des Landschaftsverbandes Rheinland als Träger und seiner politischen Gremien wurde deshalb 1993 für die hiesige Klinik eine grundlegende Zielplanung in Auftrag gegeben. Es sollten Antworten auf die Fragen gefunden werden:

  • Wo muss die zum Teil überalterte Bausubstanz grundlegend renoviert oder ganz erneuert werden?
  • Wie kann das weiträumig angelegte Klinikgelände funktionalen Erfordernissen und modernen Versorgungsbedürfnissen angepasst werden?

Die seitdem wiederholt überarbeitete Zielplanung geht von dem Leitgedanken aus, dass sich die Klinik mit ihren Gebäuden im Westteil des Klinikgeländes konzentrieren sollte. Ziel ist es auch, das Angebot an Tageskliniken einschließlich der Ambulanzen im Stadtgebiet in die Versorgungssektoren zu verlagern. Damit sollte die nach wie vor bestehende Hemmschwelle gegenüber den psychiatrisch-psychotherapeutischen Angeboten gesenkt werden. Indem hier auch akut erkrankte Patientinnen und Patienten ambulant behandelt werden, soll sich der Aufnahmedruck der Kernklinik reduzieren und dem Prinzip wohnortnaher Versorgung stärker Rechnung getragen werden.

Während für die beiden Tageskliniken der "klinikfernen" Sektoren sowie für ein gerontopsychiatrisches Zentrum ein Neubau auf dem Gelände der Medizinischen Einrichtungen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf geplant ist und im Vorgriff bereits eine Tagesklinik in der Moorenstraße eröffnet wurde, zog 2006 die Tagesklinik für den "kliniknahen" Sektor am Rande des Klinikgeländes direkt an der Bergischen Landstraße in ein dort vorhandenes denkmalgeschütztes Gebäude ein. Ebenfalls in diesem Jahr wurde die neue Tagesklinik für die Kinder- und Jugendpsychiatrie, -Psychotherapie und Psychosomatik im Klinikgelände eröffnet. Die Klinik wird ihr Bild in Zukunft weiter wandeln.

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